Wir blicken auf einen ungewöhnlichen Winter zurück. Angefangen hat er mit einer verschobenen Wetterlage während der gesamten Vorbereitung, wodurch unsere Trainingstage stark reduziert wurden. In der so wichtigen Herbstzeit wurde uns das Stangen-Training beinahe unmöglich gemacht, da der Schnee einfach nicht recht kommen wollte. Und dann kam er plötzlich und heftig, verbunden mit Sturm und tagelang eingestelltem Liftbetrieb in den Gletscher-Skigebieten. Danach hat sich der Winter dann erst mal für längere Zeit wieder verabschiedet. Ungewöhnlich war auch der Weltcup-Auftakt, der nicht wie die vergangenen Jahre am letzten November- Wochenende auf dem Hintertuxer Gletscher stattfand, sondern erst Mitte Januar in La Thuile (Italien). Es war komisch, erst so spät in das Renngeschehen zurück zu kommen, denn auch alle vorher angesetzten FIS-Rennen mussten aufgrund der schlechten Schneelage abgesagt werden. Trotzdem konnte ich den steilen und vereisten Rennhang in La Thuile, der normalerweise Teil der alpinen Abfahrtsweltcup-Strecke ist, einigermaßen gut meistern und zwei 8. Plätze herausfahren.

Der Weltcup-Zirkus reiste im Anschluss weiter nach Frankreich zu den nächsten Rennen, die unter der Woche stattfanden. Mein Weg führte allerdings erst noch über die Uni zu einer mündlichen Prüfung, bevor ich direkt zum zweiten Rennort in Frankreich anreisen konnte. Dort kam ich mit dem Gelände etwas besser zurecht und mir gelang es mich im Sprint um einen Platz verbessern. Im Parallel Sprint, ein Rennformat in dem immer zwei Athleten im K.o.-Verfahren gegeneinander antreten, kämpfte ich mich ins Viertelfinale und landete schließlich auf dem 5. Rang.

Als nächstes stand der Heimweltcup am Oberjoch im Allgäu auf dem Programm. Dort herrscht für uns deutsche Athleten natürlich immer eine ganz besondere Atmosphäre. Nach einem verpatzten ersten Lauf im Sprint, konnte ich im zweiten  Durchgang nachlegen und zumindest noch das Ergebnis vom letzten Weltcup wiederholen. Beim Parallel Sprint kam ich bis ins Viertelfinale, wo dann leider erneut Schluss war.

Viel Zeit zum Ärgern blieb mir allerdings nicht, da an der Uni schon wieder die heiße Prüfungsphase  anstand. Deshalb musste ich auch auf einen Start beim Weltcupfinale in Slowenien verzichten. Besonders schade, da in dieser Saison sowieso schon nur so wenige Rennen durchgeführt wurden. Dadurch fehlten mir auch die entsprechenden Punkte für eine bessere Platzierung im Gesamtweltcup. Zum Abschluss der kurzen Weltcup-Saison wurde im März noch die Weltmeisterschaft in Rjukan (Norwegen) ausgetragen. Obwohl wir dort wieder eine perfekte Organisation genießen durften, war es durch die lange Anreise und das geballte Wettkampfprogramm eine intensive und fordernde Woche. Endgültig beendet wurde die Rennsaison mit der Deutschen Meisterschaft im Kleinwalsertal, wo ich einen versöhnlichen Vize-Meistertitel holen konnte. Insgesamt konnte ich über die ganze Saison zwar solide Rennen ins Ziel bringen, allerdings schien es fast so, als wäre der 8. Platz für mich reserviert gewesen. Das motiviert mich aber umso mehr für die Rennen im kommenden Winter! Auch dort würde ich mich wieder riesig über Euer Interesse und Eure Unterstützung freuen.Ein ganz besonderer Dank gilt dem Ski-Club Gottmadingen und meinem Kopfsponsor PVS-Reiss, die mich wieder treu unterstützt haben. Außerdem möchte ich mich herzlich bei allen bedanken, die hinter mir stehen und mich unterstützen.

Die Saison 2018/19 in Zahlen

Weltcup La Thuile (ITA)

Sprint: 8. Platz
Classic 8. Platz

Weltcup Pra Loup (FRA)

Classic 8. Platz
Sprint 7. Platz
Parallel Sprint 5. Platz

Weltcup Bad Hindelang (GER)

Sprint 7. Platz
Parallel Sprint 5. Platz

WM Rjukan (NOR)

Classic 8. Platz
Sprint 8. Platz
Parallel Sprint II: 5. Platz
Parallel Sprint 9. Platz

Deutsche Meisterschaft Kleinwalsertal (GER)

Sprint 2. Platz

Gesamtweltcup

Sprint 10. Platz
Parallel Sprint: 7. Platz
Classic: 13. Platz
Overall: 9. Platz