Kathrins vierte Rennsaison ist Geschichte. Es galt das Beste aus wenigen gezielt ausgewählten Starts und Trainingseinheiten herauszuholen, weil das intensive Studium erneut einen hohen zeitlichen Einsatz forderte. Über allem stand dennoch der Wunsch, es in einem Weltcup Sprint erstmals unter die ersten Fünf oder in einem Parallel-Sprint unter die ersten Vier zu schaffen. Bei den Parallel-Sprints werden nämlich alle vier Läufer, die im Viertelfinale ausscheiden, auf Platz fünf gelistet und nicht auf die Plätze fünf bis acht verteilt. Deshalb ist dort ein gemeinsamer fünfter Platz zusammen mit den drei anderen Ausgeschiedenen nicht wirklich viel wert. Hier „zählt“ es quasi erst ab dem Halbfinale.
Der Auftakt vom 1. bis 3. Dezember 2017 auf dem Hintertuxer Gletscher war vielversprechend. Mit Platz sechs im Sprint fehlte gleich im ersten Rennen nicht viel und das große Ziel wäre schon erreicht gewesen.

Im Januar führte der Rennkalender die Teams nach Pralognan-la-Vanoise, Frankreich und danach zwei lange Wochen in die USA. Kathrin musste auf diese beiden Rennblöcke verzichten.
Anfang Februar beim „Heimspiel“ der Deutschen Mannschaft am Oberjoch/Allgäu war es dann soweit. Kathrin zeigte ihre beste Saisonleistung und beendete den Sprint am ersten Tag auf dem ersehnten fünften Platz.
Den nächsten Halt legte der Weltcup-Tross in Krvavec, Slowenien ein. Kathrin entschied sich, die Reise nicht mitzumachen und stattdessen eine Woche später bei den Schweizer Meisterschaften in Sörenberg anzutreten, welche auch als FIS-Rennen gewertet wurden. Im Sprint sorgte sie mit ihrem Sieg gegen die Athletinnen der Schweizer Nationalmannschaft für eine faustdicke Überraschung und konnte ihr Glück kaum fassen. Die spannende Frage war, ob es ihr gelingen würde, diese Form zu halten und sich konstant in den vorderen Rängen festzusetzen.

Kathrin im Telemark Team Germany
Kathrin im Telemark Team Germany

Ihren Studienkalender hatte sie von Anfang an auf die abschließenden Rennen im März ausgerichtet. In Norwegen und beim Weltcupfinale in Mürren, Berner Oberland wollte sie unbedingt dabei sein und hat sich diese beiden Wochen trotz ihres Pflichtpraktikums irgendwie freigeschaufelt. Leider erlebte sie dann ein ständiges Auf und Ab. Während sie in Norwegen vor allem im Parallel-Sprint nochmals gute Leistungen zeigen konnte und zwei Mal nur knapp das Halbfinale verpasste, blieb sie beim Weltcupfinale in Mürren deutlich unter ihren Erwartungen.
Dort machten ihr das fehlende Training und die Dauerbelastung nach einer anstrengenden Rennwoche in Norwegen sichtlich zu schaffen: Die Luft war einfach raus! Besser als ein siebter Platz in ihrem einzigen Classic-Rennen der Saison und als ein achter Platz im Sprint wurde es nicht mehr.
In der Gesamtwertung des Weltcups haben sich die verpassten Rennen natürlich negativ durch die von vornherein fehlenden Punkte ausgewirkt. Aber es waren nicht nur die Punkte, die gefehlt haben, sondern vor allem die wichtige Wettkampfpraxis, auf welche alle Sportler dringend angewiesen sind.

Letztlich muss Kathrin mit dem Verlauf dieser für sie harten Saison trotzdem zufrieden sein. Natürlich erhofft man sich an manchen Renntagen je nach Rennverlauf mehr. Und natürlich wäre sie zum Abschluss gerne nochmals in die Top Fünf gefahren, um ein gutes Gefühl in ihr Sommertraining mitnehmen zu können.
Jetzt geht der Blick aber nach vorne auf den nächsten
Winter, wo alles wieder bei Null beginnen wird und die ersten vier Uni-Semester hoffentlich über- und bestanden sein werden. Denn dann sollte sich der Lernaufwand endlich etwas reduzieren und mehr Freiraum für Training und Rennteilnahmen bleiben.
Die Zusammenarbeit mit ihrem Hauptsponsor PVS Reiss, wird dann schon ins dritte Jahr gehen.
Kathrin freut sich sehr, weiterhin auf diesen zuverlässigen Partner zählen zu können. Es tut ihr gut, treue Unterstützer, zu denen auch der Ski-Club Gottmadingen gehört, an ihrer Seite zu wissen.

Die Saison 2017/18 in Zahlen

Weltcup Hintertux (AUT)

Sprint I: 7. Platz
Sprint II: 6. Platz
Parallel Sprint: 5. Platz

Weltcup Bad Hindelang / Oberjoch (GER)

Sprint: 5. Platz
Parallel Sprint: 5. Platz

FIS-Rennen & Schweizer Meisterschaft Sörenberg (SUI)

Sprint: 1. Platz
Parallel Sprint: 4. Platz

Weltcup Rjukan (NOR)

Sprint I: 10. Platz
Parallel Sprint I: 5. Platz
Parallel Sprint II: 5. Platz
Sprint II: 8. Platz

Weltcup Mürren / Schilthorn (SUI)

Parallel Sprint: 9. Platz
Sprint: 8. Platz
Classic: 7. Platz

Gesamtweltcup

Sprint: 10. Platz
Parallel Sprint: 9. Platz
Classic: 14. Platz
Overall: 10. Platz